Mein Rückfall
Von Herbst 2016 bis März 2023 habe ich „Briefe gegen Gewalt“ geschrieben. Sie sind alle derzeit noch nachlesbar auf www.haltgewalt.at. Vielleicht wandern sie noch auf eine andere meiner Homepages.
Ich hatte sie eingestellt, weil ich für meine Mentalitätsforschung, für die sie ein Tool unter anderen war, keine Förderung mehr bekommen habe – gerade als die Ergebnisse publizierbar gewesen wären … aber wenn Betriebswirte über psychosoziale Forschungen entscheiden, für deren Sinnhaftigkeit ihnen die Sensibilität fehlt (und jährlich die Unterstützung verkleinern), zerstören sie damit eben die Motivation freiberuflicher Wissenschaftler:innen.
Nun bin ich gerade in den letzten Wochen wiederholt auf diese „Briefe gegen Gewalt“ angesprochen worden, sogar von Seiten der NÖ Landesregierung. Das hat mich wieder motiviert.
Und da ich ohnedies die Absicht hatte, das Friedensprojekt, an dem ich auch bereits seit 2021 arbeite, mit „Briefen für Frieden“ (oder so ähnlich) im Spätsommer öffentlich zu machen, begann ich mich darauf vorzubereiten, wieder regelmäßig meine Kommentare zum Tagesgeschehen – vor allem zu medialen – zu verbreiten.
Und dann erfuhr ich am Samstag, dass die SPÖ mit dem Slogan „mit Herz und Hirn“ in den kommenden Nationalratswahlkampf ziehen will – und fühlte mich „beklaut“ – denn mein verstorbener Ehemann, Journalist und Spindoktor im Wiener Rathaus hatte in den 1980er Jahren gemeinsam mit mir eine Beratungsfirma gegründet mit Namen „Hand Herz Hirn“ – und unter diesem unserem Titel habe ich 2011 mein Buch zur Salutogenese mentaler Gesundheit publiziert – das nach drei Auflagen in Bälde vergriffen sein wird. Oder neu aufgelegt …
Nun kann man einwenden: im Wahlkampfslogan fehlt ohnedies die „Hand“ … aber genau die ist wichtig. Ankündigen kann man viel – worauf es ankommt, sind die Taten!
Da lese ich, dass die SPÖ sich für die Gleichbezahlung von Frauen mit Männern einsetzen will … Diese Ankündigung kenne ich seitdem ich 1973 (bis 1987) SPÖ-Mandatarin war! (Vgl. meine Autobiographie „Niemandsweib“, Ibera Verlag, seit Ende April im Buchhandel!) Hätte sie doch unter den Bundeskanzlern Kreisky, Sinowatz, Vranitzky, Klima, Gusenbauer und Faymann durchsetzen können – so wie Roman Hebenstreit sich jetzt bei der AUA durchgesetzt hat. (Durchsetzen ist übrigens ein Wort, das Zerstörung beinhaltet – denken wir nur bildhaft an Sitzgelegenheiten oder Hosen!)
„Hand“ kommt mit dem A als Selbstlaut nicht nur alphabetisch vor E („Herz“) und I („Hirn“), sondern auch deshalb, weil jede Entwicklung vom noch impulsiv Körperlichen zum emotionalen Wünschen und letztlich vernünftigen Abwägen und Entscheiden führt.
Deswegen geht es in meinem Buch „Hand Herz Hirn – Zur Salutogenese mentaler Gesundheit“ um die Förderung der körperlichen, seelischen und geistigen Ganzheit – und wie wichtig dabei die Sprache ist.
Dynamisches Poltern – ob im Tenor oder Bariton – fördert nicht die mentale Gesundheit. Für diese braucht es Hinterfragen, Überprüfen – und sich vor Gefühlsansteckungen hüten.

